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Nach mehr als 40 Jahren hat der Betreiber das Kernkraftwerk Fessenheim zum letzten Mal heruntergefahren. Jetzt ist das älteste Atomkraftwerk Frankreichs endgültig stillgelegt.

Seit dem Abend des 29. Juni 2020 gegen 23:00 Uhr ist die französisch-deutsche Grenzregion noch ein bisschen sicherer. Der Betreiber hat das Atomkraftwerk Fessenheim endgültig vom Netz genommen. Das Werk auf der französischen Rheinseite südwestlich von Freiburg war das älteste Kernkraftwerk Frankreichs – und galt seit Jahren als Sicherheitsrisiko.

Nachdem Block eins schon am 22. Februar dieses Jahr vom Netz ging, ist das Werk jetzt komplett abgeschaltet: In der Nacht zum 30. Juni wurde das Werk heruntergefahren – um einige Stunden früher als geplant, teilte der Betreiber Électricité de France (EDF) mit.

Fessenheim seit 43 Jahren am Netz

Seit Ende 1977 produzierte das Werk zwischen Colmar und Mühlhausen Strom. Genauso lange dauern die Proteste gegen das Werk: Atomkraftgegner vor allem in Deutschland und der Schweiz hatten sich lange erfolglos für ein Abschalten der beiden Reaktoren eingesetzt.

Dass es jetzt endgültig vom Netz gegangen ist, finden deutsche Politiker und Umweltaktivisten gut. Aber nicht überall kommt das Aus des Stromproduzenten gut an: Beschäftigte und Anwohner kritisierten die Abschaltung scharf.

Region soll grünes Vorzeigeprojekt werden

Nachdem das Werk nun abgeschaltet ist, soll aus der Region um die Gemeinde Fessenheim ein grünes und grenzübergreifendes Vorzeigeprojekt werden. Im deutsch-französischen Innovationspark im südelsässischen Département Haut-Rhin sollen Projekte zu nachhaltiger Energiegewinnung umgesetzt werden.

Rückbau soll 20 Jahre dauern

Bis das Gelände des Kernkraftwerks selbst genutzt werden kann, werden aber noch mindestens zwei Jahrzehnte vergehen. Nach Angaben des Betreibers EDF sind für die Vorbereitungen der Demontage fünf Jahre veranschlagt, der Abbau selbst dauert dann nochmal 15 Jahre.

Kühltürme in Philippsburg spektakulär gesprengt

Vor einem halben Jahr – an Silvester 2019 – wurde ein Stück weiter den Rhein hinab das Kernkraftwerk in Philippsburg für immer vom Netz genommen. Block eins des Werkes stand schon seit dem Atom-Moratorium im März 2011 still, Block zwei produzierte einen Tag vor dem Jahreswechsel 2019/2020 zum letzten Mal Strom. Danach begann der Rückbau des Werks. Spektakulärster Moment: Am Morgen des 15. Mai wurden die Kühltürme des Werks nördlich von Karlsruhe gesprengt.

Sprengung Kühltürme AKW Philippsburg (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Daniel Maurer/EnBW/dpa)
picture alliance/Daniel Maurer/EnBW/dpa

Ein so spektakuläres Ende wird das Werk im elsässischen Fessenheim allerdings nicht nehmen: Kühltürme gibt es wegen der Bauweise dort nicht.

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